A Shared Silence

02.04.2026 – 17.05.2026, Villa Bengel

Die Ausstellung „A Shared Silence“ ist eine Hommage iranischer Künstler*innen, die in Idar-Oberstein studieren und studiert haben, an Menschen in ihrem Heimatland. „A Shared Silence“ zeigt die Werke von dreizehn iranischen Schmuckkünstler*innen, deren Arbeit von Erfahrungen wie Vertreibung, Verlust, Unterdrückung und anhaltenden inneren Umbrüchen geprägt ist. Ihre Kreationen bewegen sich in einem Zwischenraum – zwischen Erinnerung und Gegenwart, Nähe und Distanz, Hoffnung und Verzweiflung. Die Ausstellung ist aber auch eine Brücke: mittels der Erfahrungen der Künstler*innen verbindet sie Schmerz und Hoffnung, Vergangenheit und Gegenwart, und ruft uns dazu auf, für Freiheit und Würde einzustehen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der für 5 € erworben werden kann.  

____

Die Jakob Bengel-Stiftung bietet seit 25 Jahren mit ihrem Ausstellungs- und Artist-in-Residence-Programm einen Begegnungs- und Kulturort für Schmuck- und Kunstschaffende. Sie gibt den Künstler*innen Raum, ihre Arbeiten und die darin enthaltenen Themen der Öffentlichkeit zu präsentieren, und fördert dabei insbesondere komplexe und politisch aktuelle Diskurse. Die kommende Ausstellung „A shared silence“ zeigt die Positionen von 13 iranischen Schmuckkünstler*innen in der Villa Bengel in Oberstein. Sie alle kamen nach Idar-Oberstein, um am Campus Edelstein und Schmuck der Hochschule Trier zu studieren. In den letzten Jahren sind die Studierendenzahlen aus dem Iran insbesondere für den englischsprachigen Masterstudiengang stark gestiegen, wobei überwiegend Frauen nach Idar-Oberstein kommen, deren Lebensumstände im Iran besonders hart sind. Anders als im Iran können sie hier frei und ohne Unterdrückung leben und ihre künstlerische Arbeit ohne Zensur ausüben und zeigen. Diese räumliche Distanz zu ihrem Heimatland und die körperliche Unversehrtheit bedeuten jedoch keinesfalls eine Abkehr von einer gesellschaftskritischen Auseinandersetzung mit dem politischen System im Iran. Im Gegenteil – die ausgestellten Arbeiten verkörpern die Suche nach der eigenen Identität in einer neuen Lebenssituation sowie die gleichzeitige tiefe Verbundenheit mit der iranischen Bevölkerung, den eigenen Erfahrungen und den Berichten von Familie und Freunden, die in der Heimat verblieben sind. Die aktuelle Situation im Iran, insbesondere die ständige Ungewissheit, stellt eine große Belastung für die in Deutschland lebenden Künstler*innen dar, die sie in subtiler Weise in ihren Arbeiten verarbeiten und ausdrücken. Wenn Worte fehlen, kann Kunst ein Medium sein, um komplexen Emotionen Form zu geben und sie auch für Außenstehende erfahrbar zu machen. Fragile Materialien, gebrochene Formen und „verletzte“ Oberflächen zeigen Fragilität, aber auch Stärke. Schweigen bedeutet Akzeptanz. Jede Stimme zählt und trägt dazu bei, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und Veränderung zu ermöglichen. Das gilt über alle Zeiten hinweg, aber insbesondere in unserer Gegenwart, die von globalen Krisen und unermesslichem Leid geprägt ist. Die Künstler*innengruppe wünscht sich, dass die Besucher*innen der Ausstellung sich die Zeit nehmen, ihren Arbeiten bewusst und empathisch zu begegnen. 

Gina Müller, Jakob Bengel-Stiftung

_____

 

A Shared Silence

We are Iranians who are connected to Idar-Oberstein, a place many of us have come to call home – at least for a while. As students and graduates of the Idar-Oberstein Campus Gemstones and Jewellery, our personal, academic, and professional journeys have been shaped here, forming lasting ties to this city and its community.

Iran is not distant or abstract to us. The developments in our home country resonate deeply within our lives. Our families, friendships, memories, and emotional bonds connect us inseparably to those who remain there. The pain, resilience, and hope of the Iranian people are felt by us every day. Within the academic and cultural environment of Idar-Oberstein, we have found space for learning, dialogue, and free expression. We are grateful for this openness, which allows us to speak, reflect, and engage responsibly as members of a shared society.

This project is an act of remembrance and witness. We invite viewers to pause, to see, to remember, and to reflect – cultivating empathy, awareness, and collective responsibility. At the same time, we seek to amplify the voices of those who remain imprisoned, disappeared, or threatened with execution by the Islamic Republic – individuals whose names and stories are too often silenced. Their lives, suspended in uncertainty, demand attention, care, and solidarity.

This event is our gesture of resistance and remembrance. It is dedicated to those who refused silence in the face of injustice and who paid with their lives for the ideals of freedom, dignity, and self-determination. We hope this shared space may serve as a bridge between lived experience and collective conscience, fostering connection, compassion, and a renewed commitment to our shared humanity.

Arianas Dehghan, Bahareh Arian, Farnoosh Abdoli, Gheseh Shahandeh, Mana Jahangard, Nioosha Vaezzadeh, Niyousha Moosavi, Pegah Vedad, Rezvan Hajian, Sara Heidary, Shahin Sahafipour, Sharareh Aghaei, Vesal Bahmani Nik