DEPOT - Kunst aus der Sammlung der Jakob Bengel-Stiftung

22.05.2026 – 14.06.2026

DEPOT

Kunst ist kein Luxus. Sie ist das, was Dinge über ihren reinen Zweck hinaus bedeutsam macht. Gerade in der angewandten Kunst schafft sie Tiefe: Sie stellt Fragen, öffnet neue Perspektiven und macht sichtbar, was sonst unsichtbar bleibt. Ohne diesen künstlerischen Blick bliebe Gestaltung bloß funktional – mit ihm wird sie Teil von Kultur. Die Jakob Bengel-Stiftung sammelt Werke, um genau dieses Verständnis erfahrbar zu machen. DEPOT zeigt Arbeiten von Bernd Munsteiner, Milena Naef, Kyoko Taniyama sowie Anna und Wolfgang Kubach-Willmsen, ergänzt durch Werke aus der Artist-in-Residence-Kollektion der Stadt Idar-Oberstein sowie Beiträge von Mitstreiter*innen der Stiftung.

___

Mit der Ausstellung DEPOT zeigt die Jakob Bengel-Stiftung, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert, in der Villa Bengel eine Auswahl an Kunstwerken aus ihren verschiedenen Sammlungen. Damit spannt sie einen Bogen zwischen bildender und angewandter Kunst. Mit dem Erwerb von 15 Werken des international renommierten Edelsteinkünstlers Bernd Munsteiner bekräftigte die Stiftung in 2025 die Erweiterung ihrer Sammlungstätigkeit über den Schmuck hinaus. Diese Ausrichtung hat sich in den vergangenen Jahren bereits in der Ausstellungsreihe „Idar-Oberstein Schmückt sich“ gezeigt, z.B. mit der Ausstellung „Reibungswärme“ mit Malerei und Zeichnungen von Eva-Maria Kollischan, Professorin für freie Kunst am Edelstein- und Schmuckcampus der Hochschule Trier in 2021. In diversen Kooperationen mit den Idar-Obersteiner Kunstorten Galerie Chrom IV und dem Pfälzer Hof traten Schmuck und bildende Kunst in einen Dialog miteinander, insbesondere im Rahmen des interdisziplinären Schmucksymposiums SchmuckDenken, ausgerichtet von der Hochschule Trier. Das Artist-in-Residence-Programm, ein weiteres Kooperationsprojekt zwischen der Jakob Bengel-Stiftung, der Hochschule Trier und der Stadt Idar-Oberstein, soll künftig auch auf den Bereich der bildenden Kunst ausgeweitet werden. In DEPOT ist auch eine Auswahl an Arbeiten aus der Artist-in-Residence-Sammlung zu sehen. Darunter ist eine Videoinstallation der japanischen Soundkünstlerin Kyoco Taniyama, die während ihrer Residency die Geräusche der historischen Maschinen im Industriedenkmal Jakob Bengel aufgenommen hat und sie als rhythmische Klänge ganz neu erleben lässt. Einige der Schmuckstücke, die mit Hilfe dieser Maschinen entstanden sind, sind ebenfalls in DEPOT zu sehen. Die Art-Deco-Arbeiten aus der Sammlung Händel, die der Jakob-Bengel-Stiftung zum 125-jährigen Gründungsjubiläum der Firma Jakob Bengel im Jahr 2023 gestiftet wurden, können in diesem Ausstellungskontext neu entdeckt werden.

Ein Großteil der ausstellenden Künstler*innen ist eng mit der Jakob Bengel-Stiftung verbunden.  Jürgen Cullmann (Lichtblick Fotodesign) unterstützt seit vielen Jahren die Jakob Bengel-Stiftung, insbesondere durch die fotografische Dokumentation der historischen Schmuckstücke. Er zeigt in der Villa Bengel künstlerische Fotografien historischer Schleiferhäuser aus der Region. Dramatisch beleuchtet, werfen sie Fragen auf – nach den Menschen, die dort gearbeitet haben, und den Dingen, die sie herstellten.

Alle Arbeiten, die in der Villa zu sehen sind, erzählen Geschichten. Es liegt viel hinter den Werken, persönliche Geschichten, die Verbundenheit zur Region, zum Material Stein, zum Industriedenkmal Jakob-Bengel. Die Arbeiten verweisen über ihre Gestaltung hinaus und schaffen es, die Betrachtenden zu berühren.